Türkei

Silifke

Silifke

Schon in der frühen Bronzezeit war das Mündungsgebiet des Göksu-Flusses besiedelt, vermutlich lag hier das hethitische Ura aus dem 13.Jh. v .Chr.. Es wurde dann 712 v. Chr. von dem assyrischen König Sargon II. befestigt und hieß Harrua. Kolonisten aus lonien (7.Jh.v.Chr.) bezeichneten den Ort als Hyria. Im 5. Jh. war Silifke - wie ganz Kilikien - Teil einer persischen Provinz. Die Perser wurden von Alexander dem Großen zurückgedrängt. Nach seinem Tod fiel Kilikien an einen seiner Generäle, Seleukos Nikator, der später König von Syrien wurde. Er nannte die Stadt an der Göksumündung in Seleukeia am Kalykadnos (= Göksu) um. Der Ort wechselte in der Folgezeit mehrmals die Zugehörigkeit zwischen dem syrischen Seleukidenhaus und den ägyptischen Ptolemäern bis Antiochos III. 190 v. Chr. die Stadt eroberte.

Die Römer begannen um 100 v. Chr. sich in Kilikien zu etablieren und Seleukeia wurde 72 n. Chr. römisch. Die meisten erhaltenen Ruinen stammen aus der folgenden Friedensperiode (pax romana). Erst im 3. Jh. n. Chr. brachten Einfälle der Sassaniden aus Persien wieder Unruhe in die Region. Der römische Kaiser Diokletian machte Seleukeia zur Hauptstadt der neuen Provinz Isauria mit 33 Distrikten: darunter Diokaisareia/Uzuncaburc Olba/ Ura und Lamus/Limonlu.

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    Höhle der Hl.Thekla

    Große Basilika

Mit dem Edikt von Mailand im Jahre 313 legalisierte der römische Kaiser Konstantin den christlichen Glauben, nachdem seine Anhänger ca. 300 Jahre immer wieder Verfolgungen ausgesetzt waren. 92 Jahre später erklärte Theodosius die christliche Religion zur Staatsreligion und verbot die heidnischen Religionen.

Der Kult für die Göttin Athena, die in Seleukeia verehrt wurde, wich der Verehrung der christlichen Märtyrerin Thekla, die in einer Höhle nahe der Stadt lebte.

Im 5. und 6. Jh. wurden zahlreiche Kirchen errichtet. Eine riesige Basilika (80 m x 36,8 m) wurde direkt über der Höhle erbaut. Doch das monumentale Gebäude war zu schwer für den Untergrund, von Anfang an hatte man mit Stabilitätsproblemen zu kämpfen. Heute steht nur noch ein Flügel der Apsis.

Im 7. Jh. begründete Mohammed die islamische Religion. Moslemische Araber drangen in der Folgezeit nach Kilikien und weiter nach Westen, wurden aber letztlich von den Byzantinischen Heeren zurückgeschlagen. Aber mit Beginn des 12. Jh. besetzten Turkmenen aus dem Stamm der Karaman das Gebiet und Seleukeia wurde wie das ganze Umland moslemisch.

Die Kreuzzüge waren die christliche Antwort auf die Islamisierung der Regieon. Einer der größten Anführer des dritten Kreuzzuges - Kaiser Friedrich Barbarossa - ertrank auf dem Weg nach Jerusalem 1190 im Fluß Göksu nur wenig Killometer nördlich von Silifke.

1471 eroberte der Osmande Ahmet Pascha Seleukeia von den Karamaniden. Aus Seleukeia wurde Selefkeh und Silowkya. Heute ist Silifke eine Kleinstadt mit ca. 80000 Einwohnern.

Zisterne aus dem 6. Jh.

Sehenswertes in der Stadt

Die Steinbrücke über den Göksu ist römischen Ursprungs, desgleichen Reste eines Tempels aus dem 200 Jh. n. Chr. Gut erhalten ist eine große Zisterne aus frühbyzantinischer Zeit.

Die Zitadelle oberhalb der Stadt stammt aus dem 7. Jh. und wurde von den Byzantinern gegen Angriffe der Araber errichtet. Im Laufe der Geschichte nutzten dann aber auch Armenier, Franken, Seldschuken, Karamaniden und Osmanen die Burg. Das Bauwerk hat eigenartigerweise keinen offensichtlichen Zugang - Besucher betreten die Anlage heute durch eine Lücke in der Mauer!

Aus der Seldschukenzeit stammt die Ulu Cami - die große Moschee. Die Resadiye Moschee ist osmanisch und wurde 1912 erbaut.

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