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Der Nationalpark Göksudelta ist als Ramsar-Schutzgebiet ein international bedeutender Rastplatz für Zugvögel. Außerdem ist er einer der letzten Brutplätze des Purpurhuhns in der Türkei. Er umfasst neben Lagunen am Mittelmeer auch ausgedehnte Dünengebiete und flache Schwemmflächen mit spärlicher Salzvegetation. Wie fast alle Flussdelten in der Türkei entstand auch das Göksudelta erst in historischer Zeit als Folge der weitgehenden Entwaldung Anatoliens und der damit verbundenen erhöhten Erosionsfracht der Flüsse.
Große Teile des ca. 15 000 ha großen Schwemmlands sind durch ein Kanalsystem
trockengelegt und werden landwirtschaftlich genutzt. Dabei wich der bis vor wenigen Jahren noch dominierende Reisanbau heute vor allem Erdbeerfeldern. Die Salzwiesen in Meeresnähe werden als Viehweide genutzt.
Der nördliche und östliche Teil des Deltas ist stark von der Landwirtschaft geprägt, im Westen gibt es weite Bereiche mit
weitgehend ursprünglicher Natur. Dort befinden sich zwei Lagunen, die durch einen Kanal verbunden sind:
Der Paradeniz Gölü ist etwa 400 ha groß und hat einen Abfluß zum Meer und wird fischereiwirtschaftlich genutzt: Den Ein-
und Abfluß des Wassers kontrollieren Fischwehre. Das Wasser ist brackig, an seinen Ufern wächst nur wenig Vegetation.
Der in weiten Bereichen von einem dichten Schilfgürtel umgebene Akgöl ist etwa 1100 ha groß und nur leicht brackig.
Im Westen trennen Sanddünen die Lagunen vom offenen Meer. Besonders die älteren sind von dichter Vegetation bedeckt. Eine flache Landzunge ragt nach Süden weit ins Meer hinaus, an ihrer Spitze steht ein Leuchtturm.
Direkt am Strand wachsen überwiegend Pflanzenarten, die den Sand befestigen. Die Salzschlickflächen, die durch die
Winterregen bis zum Frühjahr häufig überschwämmt werden, sind teilweise völlig vegetationslos. Auf den seltener unter Wasser
stehenden Arealen breiten sich Salz tolerierende Pflanzen aus, wie Strandflieder, der im Juli-Oktober blüht. Die Dünen sind teilweise mit einer Macchia ähnlichen Strauchvegetation bewachsen.
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