Türkei

Mäanderdelta

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Das Delta des Büyük-Menderes, des Großen Mäanders liegt südlich der Davutlar-Halbinsel und östlich des Bafasees. Noch in der Antike existierte hier eine ausgedehnte Meeresbucht, die Latmos-Bucht, die sich bis zum jetzigen Bafasee erstreckte. Heute bedecken die Schwemmebenen des Mäanders das Gebiet, das in weiten Teilen intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Der Fluss verdient den Namen “groß” nicht mehr, denn das meiste Wassers fließt durch einen Kanal dem Meer zu.

Das Delta in der ehemaligen Latmosbucht war in der Antike der einzige Zufluss des Mäanders zum Meer. Heute teilt sich der Wasserlauf weiter oberhalb (östlich der Stadt Söke) und der Kleine Mäander (Kücük Menderes) fließt bei Ephesus ins Meer. Die ehemals ausgedehnten Feuchtgebiete dort sind leider weitgehend trocken gelegt.

Das Delta des Großen Mäanders ist durch einen Nationalpark teilweise geschützt. Die Riedgebiete an Flussufer und Altarmen sind allerdings von der Landwirtschaft stark zurückgedrängt worden. Baumwollfelder prägen das Landschaftsbild. Vor der Mündung existiert eine Haffküste mit seichten Lagunen, in denen einige Fischereikoopertativen tätig sind. Und auf den  Verlandungsebenen ziehen Hirten mit ihren Herden und gefährden leider die Nester der Bodenbrüter. Aber trotzdem ist das Gebiet für Naturbeobachtungen sehr interessant!

Die Vogelwelt der Verlandungsflächen entspricht in etwa der am Westufer des Bafasee. Ein Triel konnte (2001) aber nur im Mäanderdelta beobachtet werden. Auch brüten auf den Verlandungsflächen hier viele Kalanderlerchen, die am Bafasee nur vereinzelt gesichtet wurden.

In den Lagunen, vor allem in dem großen “Akgöl” im südlichen Delta waren im Frühjahr 2001 immer recht viele (100erte) Flamingos (in der Mehrzahl noch Wintergäste) anwesend, dazu Enten (Wintergäste) und Rostgänse, die wohl in der Umgebung brüten. Limikolen machen in stattlichen Zahlen auf dem Zug dort Rast. Brachvögel und Austernfischer überwintern im Delta. Krauskopfpelikane sind das ganze Jahr anwesend und brüten wohl auf einer flachen Insel weit draußen im Delta. Genauerer entnehme man den Vogellisten

 

Der Zugang zu den interessanten Verlandungsflächen erfolgt über einen Feldweg (Nationalparkschild!) beim Dorf Akköy unweit des antiken Milets. Man fährt oder geht dort immer abwärts bis man die Küste erreicht. Der Weg dorthin ist nicht uninteressant, führt er doch durch extensiv bewirtschaftetes Kulturland, wo kleinere Ackerflächen mit Buschland, Hecken, einzelnen Bäumen und Brachflächen wechseln und vielen Vogelarten ideale Lebensbedingungen bieten: Grauammer, Haubenlerche, Grasmücken, Würger u.v. finden hier ihren Lebensraum!

Im Dorf Akköy existiert eine Rötelfalken-Kolonie!

Einen Besuch im Delta sollte man immer mit einer Besichtigung des Antiken Milets verbinden. In und um diese Ausgrabungsstätte gibt es auch Möglichkeiten zu Naturbeobachtungen. Innerhalb der Ruinen findet sich das übliche Artenspektrum mit Felsenkleiber, Blaumerle, Steinschmätzer usw.. Unweit des Kassenhäuschens befindet sich eine Bienenfresser-Kolonie (ab Ende April interessant) und Blauracken scheinen in den Ruinen zu brüten (ab Ende April anwesend), ebenfalls eine Schleihereule. In den Palmen nisten hunderte Weidensperlinge (ab Mitte April).

Im Frühjahr existiert meist unweit von Milet ein flaches Feuchtgebiet (unter Wasser stehendes Brachland/Wiese), in dem immer viele Limikolen (Stelzenläufer, Bruch- und Waldwasserläufer u.a.), Reiher, Sichler anwesend sind. Auch innerhalb von Milet, z.B. in den antiken Hafenanlagen, steht zu dieser Zeit noch Wasser. Hier gibt es Wasserschildkröten zu sehen, u.a. die Europäische Sumpfschildkröte, die in diesem Gebiet ihre östlichste Verbreitungsgrenze hat.

Der nördliche Teil des Mäanderderdeltas ist über die Straße Doganbey - Karine (Sackgasse) erschlossen. Auch hier kann man Verlandungsflächen und Lagunen erreichen und z.T. von der hoch gelegenen Straße von oben (am besten mit dem Spektiv) einsehen.         

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