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Das Göksudelta mit seinen Lagunen und Dünengebieten sowie den Salzwiesen ist ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel und Heimat für eine stattliche Anzahl von Brutvögeln.Kampfläufer

Im Folgenden ein Überblick über die Beobachtungs- verhältnisse im Frühjahr 2002 (3.März bis 13.April)

Genaueres zu den einzelnen Vogelarten entnehme man der Beobachtungslisten auf den Vogelseiten!

 

UferschnepfeDer Winter und das Frühjahr 2002 waren sehr regenreich und so standen große Bereiche des Gebietes unter Wasser. Die oft nur wenige Dezimeter tiefen Gewässer wurden v.a. von Limikolen als Rastgebiete angenommen: Kampfläufer, Wald- und Bruchwasserläufer, Rotschenkel, Uferschnepfen und Bekassinen waren dort in großer Zahl zu beobachten.

In der Umgebung des Paradeniz Gölü konnten wir regelmäßig Große Brachvögel, Seeregenpfeifer, einen Kiebitzregenpfeifer und ab Anfang April auch einige Strandläufer, Grünschenkel und Teichwasserläufer beobachten, dazu immer Dünnschnabelmöwen und ab und zu Seeschwalben (Raub- und Lachseeschwalbe). Einige Mittelmeermöwen flogen immer in diesem Gebiet.

Die Spornkiebitze hatten im März schon teilweise ihre Reviere auf den Salzwiesen abgesteckt, bis in den April wurde aber noch fleißig gebalzt, teilweise warben mehrere Männchen um eine Dame! Brachwalben kamen erst im April an.

NonnensteinschmätzerAuf den weiten nur spärlich mit Vegetation bewachsenen Flächen trafen wir oft auf große Ansammlungen von Schafstelzen. In der Mehrzahl handelte es sich um die in der in der Türkei heimische Unterart “Maskenstelze”, aber auch russische und rumänische Unterarten konnten wir feststellen (ab April). Auch Bachstelzen, Pieper, darunter Berg- und Rotkehlpieper ließen sich auf den Salzwiesen nieder. Bei den Lerchen traten lediglich die Kurzzehenlerchen in größerer Zahl auf, dagegen sahen wir nur eine Kalanderlerche! Sehr häufig waren dagegen Steinschmätzer : Der Isabellsteinschmätzer brütet hier. Als Durchzieher traten besonders Nonnensteinschmätzer zahlreich auf. Ab und an konnte man auch einen Zypernsteinschmätzer ausmachen. Der “normale” Steinschmätzer und der MIttelmeersteinschmätzer waren ebenfalls vertreten, aber nicht ganz so zahlreich.

ZilpzalpSingvögel nutzen oft die Dünen als ersten Rastplatz nach dem anstrengenden Flug über das Mittelmeer. Hier finden sie zwischen in den Sträuchern ausreichend Schutz vor Feinden und einen angenehmen Windschutz, denn im Frühjahr ist es doch oftmals recht stürmisch. Wir beobachten hier im März / April 2002 vor allem Laubsänger, aber auch diverse Steinschmätzerarten und Würger (Rotkopf- und Masken-).

Brutvögel des Dünengeländes sind u.a. die Streifenprinie, das Halsbandfrankolin und vielleicht auch der Triel (konnten wir aber in 2002 nicht beobachten). Grauammern sangen ab Anfang April, auch Rotkopfwürger schienen Reviere zu besetzen.

Greifvögel , viele Adlerbussarde, Schlangenadler, aber auch Steppenadler und Schreiadler, sowie Merlin und andere Falken jagten über den weiten Ebenen. Besonders zahlreich waren Rohrweihen, aber auch alle anderen europäische Weihenarten konnten im Frühjahr 2002 beobachtet werden.

Alle europäischen Reiherarten konnten wir im Delta beobachten. Kuhreiher standen früher wohl zahlreich in den Reisfeldern. Wir sahen einmal einen 60er Trupp auf einer feuchten Wiese. Nimmt ihre Zahl mit dem Verschwinden des Reisanbaus ab?

SichlerRostgänse waren immer auf den überschwämmten Flächen zu sehen, Sichler ab Ende März zu Hunderten anwesend. Ende März rasteten bei schlechtem Wetter - Sturm und Regen - um die Tausend Kraniche.

Auf den tieferen Gewässern, vornehmlich auf dem Akgöl überwintern außer Blässhühnern viele Entenarten: Im März/April 2002 waren vor allem Löffelenten anwesend, auch Krick-, Pfeif- und Kolbenenten, aber keine Tafelenten. Immer wieder konnten wir einige Löffler beobachten. Flamingos waren nur ab und zu auf dem Akgöl zu sehen, sie standen regelmäßig im salzigeren Paradeniz Gölü (so um die 50 Vögel in kleineren Trupps aufgeteilt). Rosapelikane sahen wir nicht im Delta, aber eines Morgens schraubten sich einige Hundert in den Himmel über der Stadt Silifke, sie hatten wohl im Delta genächtigt.

 

Der Schilfgürtel des Akgöl ist Brutplatz vieler Vogelarten, darunter das Purpurhuhn. Selbstverständlich bevölkern auch Rohrsänger die Riedzonen, aber sie sangen bis zu unserer Abreise Mitte April noch nicht sehr intensiv. Am häufigsten sind wohl Drosselrohrsänger, aber auch Teichrohr- und Mariskenrohrsänger konnten wir beobachten.

Außer dem Purpurhuhn lockt vor allem der Braunliest viele Ornitologen in das Delta. Dieser große Eisvogel brütet hier. Wir konnten dreimal einen beobachten, immer im Nordteil des Deltas unweit von kleinen Eukalyptuswäldchen. Auch das “Huhn” ließ sich immer mal wieder sehen.

Das Gebiet ist immer für einige "Seltenheiten" gut. Wir waren bei den Limikolen mit einer Doppel- und einer - nicht ganz sicheren - Zwergschnepfe nicht allzu erfolgreich. Eine andere Gruppe sah im gleichen Zeitraum einige Mornellregenpfeifer. Das sehr “nasse” Frühjahr war für solche Beobachtungen nicht so günstig, denn die Vögel verteilten sich auf den riesigen Feuchtflächen. In trockeneren Jahren, wo sich alles an wenigen Wasserstellen konzentriert, hat man da sicher mehr Chancen.

Unsere “Highlights” waren außer Braunliest und Purpurhuhn sicherlich die beiden Blauwangenspinte, die uns im schönsten Abendlicht eine Vorstellung bei der Insektenjagd gaben - mitten in der Feriensiedling im Delta. Dazu kommen die Adler und ein Basstölpel als nicht gerade alltägliche Beobachtungen.

Genaueres zu den einzelnen Vogelarten entnehme man der Beobachtungslisten auf den Vogelseiten!

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